S2000M

Die S2000M ist eine internationale Spezifikation für die Materialwirtschaft, die das Erarbeiten von Ersatzteilurlisten und Ersatzteilkatalogen für den internationalen Einsatz regelt.

Sie ist das militärische Gegenstück zur „Specification 2000“ und zu Teilen der „Specification 100“ der ATA, die für Luftfahrzeuge von Fluggesellschaften verwendet werden. Die S2000M kann für die Unterstützung jedes Wehrmaterials verwendet werden, sie ist also gültig für alle Teilstreitkräfte.

Mit der Möglichkeit der Ausgabe von IPD-Datenmodulen ist die S2000M in Verbindung mit S1000D™ ein wichtiger Baustein für Interaktive Elektronische Technische Dokumentation (IETD).

Unser Leistungsspektrum für entsprechende Ersatzteilkataloge:

  • Teilnahme an Verfahrens- und Ersatzteilkonferenzen
  • Konzeptionierung und Erstellung des geforderten Guidance Documents (GD)
  • Erstellung der Datenaustauschvereinbarungen (DAV) zwischen Industrie und Amtsseite
  • Vor-Ort-Recherche
  • Erstellung von Ersatzteilurlisten und Bildtafeln
  • Durchführung verfahrensspezifischer Datenläufe
  • Publikation des Ersatzteilkataloges als Druckausgabe oder Mikrofiches
  • Generieren von IPD-Datenmodulen für die Integration in S1000D™-Dokumentation
Die Geschichte der S2000M und ihre Aufgaben

Das Konzept für die S2000M entstand im Jahre 1976 in der AECMA (Association Européenne des Constructeurs de Matériel Aérospatial), heute aufgegangen in der ASD (AeroSpace and Defence Industries Association of Europe). Im militärischen Bereich gab es, im Gegensatz zur zivilen Luftfahrt, keine Standardisierung. Jede Luftwaffe arbeitete nach einer anderen nationalen Spezifikation.

Darüber hinaus war es üblich, für jedes neue Luftfahrzeug-Projekt speziell entwickelte Verfahren zu verwenden.

Es wurden also stets unterschiedliche Verfahren gleichzeitig angewendet. Dies führte zu immer größer werdenden Problemen und immer höheren Kosten für die Industrie und die militärischen Bedarfsträger. Im Juni 1981 kam es in Paris zu einer internationalen Konferenz, auf der vereinbart wurde, dass nach Möglichkeiten gesucht werden sollte, auf der Grundlage der ATA 200 eine harmonisierte Spezifikation für militärische und zivile Zwecke zu erstellen. Im Jahre 1984 begannen die Luftfahrtgesellschaften der ganzen Welt, zusammen mit der Industrie die „Specification ATA 200“ in die „Specification 2000“ umzuarbeiten.

Obwohl die ATA 200 und die spätere „Specification 2000“ der AECMA als Grundlage für die Harmonisierungsarbeiten dienten, war es aufgrund unterschiedlicher militärischer Zielsetzungen und Forderungen nicht möglich, die zivile Spezifikation für den militärischen Bereich zu übernehmen.

Festlegungen durch die S2000M

Die S2000M gliedert sich in die Bereiche:

Kapitel 1A – Ersatzteilurlisten-Verfahren

  • Vorgang zur Auswahl von Ersatzteilen
  • Verfahrensablauf
  • Angaben über Daten und Datenformate
  • Übertragungsverfahren zur Übermittlung von Ersatzteilurlisten-Daten
  • Erstellung von Abbildungen

Kapitel 1B – Katalogisierung

Informationsfluss zwischen Industrie, nationalem Katalogisierungsbüro und Kunden bezogen auf die zur Katalogisierung gehörenden Tätigkeiten

Kapitel 1C – Ersatzteilkatalog

  • Inhalt des Ersatzteilkatalogs
  • Regeln für die Zusammenstellung und Darstellung in unterschiedlichen Ausgabeformaten

Kapitel 2 – Beschaffungsplanung

Kapitel 3 – Auftragsabwicklung

Kapitel 4 – Rechnungsbearbeitung

Kapitel 5 – Austausch von Verbrauchsdaten

In der Regel kommen nur die Kapitel 1A bis 1C zur Anwendung.

Die nationale Anwendung der S2000M

Nach der Entscheidung der Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine bei zukünftigen Vorhaben generell die S2000M anzuwenden, ergab sich die Notwendigkeit, Durchführungsbestimmungen teilstreitkraftübergreifend zu erlassen.

Diese Durchführungsbestimmungen (DB S2000M) regeln die Zusammenarbeit zwischen den TSK-Ämtern, dem BWB, dem LogABw und der Industrie bei der nationalen Anwendung der S2000M.

Sie enthalten teilstreitkraft- und vorhabenübergreifende Festlegungen für die Bereiche, in denen die S2000M Entscheidungsfreiraum lässt.

Zusammen mit der S2000M bietet die DB S2000M folgende Vorteile:

  • Gleiche Verfahrensgrundlage für Vorhaben aller Teilstreitkräfte
  • Einheitliche Behandlung nationaler und internationaler Vorhaben
  • Grundlage für die Rationalisierung und Standardisierung auf Amts- und Industrieseite
S2000M - Schulungen

CONDOK richtet die Schulungen zielgruppengerecht und auf konkrete Anwendungsfälle aus:

S2000M

Die S2000M bietet die Basis zur Erstellung von Ersatzteildokumentation. Sie beschreibt Verfahrensabläufe und grundsätzliche Zusammenhänge. Wie aber diese Spezifikation für ein konkretes Projekt genutzt wird, ist zwischen Kunde und Auftragnehmer zu vereinbaren. So können die Nutzung bzw. Nichtnutzung bestimmter Datenelemente vereinbart werden, die sich dann erheblich auf den Erstellungsaufwand und somit auf die Kosten auswirken können.

In unseren Schulungen wird vermittelt, wie solche Konsequenzen zu bewerten und die Vereinbarungen umzusetzen sind. Bei Bedarf erörtern wir diese Problematik auch anhand eines konkreten Projektes.

Durchführungsbestimmungen (DB 2000M)

Die Durchführungsbestimmungen zur S2000M regeln die Zusammenarbeit zwischen den Dienststellen des öffentlichen Auftraggebers und dem Auftragnehmer bei der nationalen Anwendung der S2000M. Hier werden Festlegungen für die Bereiche getroffen, in denen die S2000M Entscheidungsspielraum lässt. Wir vermitteln die Unterschiede bei den Verfahrensabläufen und der Erstellung.

Wir sprechen die für Sie geltenden Festlegungen gerne im Zuge einer Schulung bzw. eines Workshops mit Ihnen durch und weisen Sie auf die Besonderheiten hin: Kontakt